Serielle Sanierung

Serielle Sanierung ist ein industrialisierter Ansatz zur Modernisierung von Bestandsgebäuden. Vorgefertigte Fassadenelemente und Dacherneuerungen ersetzen die klassische Baustellenfertigung. Bauzeit, Mängel und Belastung für die Bewohner.

Serielle Sanierung

Industriell vorgefertigt. Schnell montiert.

Bei der seriellen Sanierung werden Wand- und Dachelemente mit integrierter Dämmung, Fenstern, Türen und Haustechnik industriell vorgefertigt und als zweite Fassadenhülle am Gebäude montiert. Im Gegensatz zu konventionellen Sanierungen findet der Großteil der Arbeit nicht auf der Baustelle statt, sondern in der Werkshalle. Das sorgt für eine witterungsunabhängige Produktion, reduziert Fehler und ermöglicht größere Sanierungsvolumina bei gleichem Fachkräfteeinsatz.

Als nachwachsender Rohstoff wird häufig Holz in Kombination mit Mineralwolldämmung eingesetzt: ein ökologischer Vorteil gegenüber Wärmedämmverbundsystemen aus Styropor und klassischem Fassadenputz, gerade auch in der Lebenszyklusbetrachtung und der Rückbaufähigkeit.

Serielle Sanierung in Aktion
Gebäude in der seriellen Sanierung
Fertig saniertes Gebäude
Funktionsweise

Der Prozess
in vier Schritten

Von der digitalen Vermessung bis zur fertig sanierten Gebäudehülle
folgt die serielle Sanierung einem standardisierten, klar strukturierten Ablauf.

01

Digitales Aufmaß
und Vorplanung

Im ersten Schritt werden die Gebäude mittels 3D-Scan digital vermessen. Die daraus gewonnenen Daten bilden die Grundlage für die anschließende Vorplanung. In dieser Phase werden die Lage der Technikstränge, die Materialauswahl und Optik sowie die anzustrebende Energieeffizienzklasse festgelegt. Die präzise Erfassung der Bestandsgeometrie ist Voraussetzung für die millimetergenaue Vorfertigung der Fassadenelemente. Abweichungen von unter 0,01 Prozent sind konkurrenzlos.

Digitales Aufmaß und Vorplanung
02

Vorfertigung der Fassadenelemente

Auf Basis der Planungsdaten werden die Fassadenelemente unter industriellen Bedingungen millimetergenau vorgefertigt. Die Produktion findet witterungsunabhängig in der Halle statt, was Qualitätsschwankungen durch äußere Einflüsse ausschließt. Durch den standardisierten industriellen Prozess werden Fehler systematisch reduziert. Gleichzeitig entstehen mit demselben Fachkräfteeinsatz deutlich größere Fassadenflächen als bei konventioneller Fertigung auf der Baustelle. Das steigert die Produktivität und trägt bei entsprechender Projektgröße zur Kostensenkung bei.

Vorfertigung der Fassadenelemente
03

Montage der
neuen Fassade

Nach Anlieferung der vorgefertigten Elemente wird die neue Gebäudehülle in wenigen Tagen montiert. Die Baustellenzeit ist in den letzten Jahren von durchschnittlich 14 auf sieben Wochen gesunken. Die Belastung für die Bewohner bleibt durch den kurzen Eingriff minimal. Eine Entmietung ist nicht erforderlich. Technikstränge werden nach Möglichkeit direkt in die Elemente integriert und minimalinvasiv angeschlossen. Das reduziert Folgearbeiten im Gebäudeinneren auf ein Minimum.

Montage der neuen Fassade
04

Fertig saniertes Gebäude

Nach Abschluss der Montage verfügt das Bestandsgebäude über eine neue, ideal dämmende Gebäudehülle inklusive neuem Dach. Je nach Bedarf und Projektumfang werden auch Bäder und weitere Gewerke erneuert. Das Gebäude erreicht die in der Vorplanung festgelegte Energieeffizienzklasse. Die Nebenkosten der Bewohner sinken durch die Hochleistungsdämmung und die neue technische Gebäudeausrüstung. Das Ergebnis ist eine nachhaltig modernisierte Immobilie mit verlängerter Lebensdauer.

Fertig saniertes Gebäude
Digitales Aufmaß und VorplanungFassadenelement in der FertigungMehrfamilienhaus Fassade wird angebrachtFertig seriell saniertes Mehrfamilienhaus
Vergleich

Seriell vs. Konventionell:
Der direkte Vergleich

Serielle Sanierung
Kurze Baustellenzeit
Montage in wenigen Wochen
statt Monaten
Bewohnter Zustand
Keine Entmietung erforderlich
Kosteneffizienz
Skaleneffekte durch Markthochlauf; Kosten bereits um ca. 30 Prozent gesunken
Planbare Qualität
Industriell kontrollierte
Fertigung
Fachkräfteeinsatz
Größere Volumina bei
gleichem Personalbedarf
Konventionelle Sanierung
Lange Bauzeit
Witterungsabhängige Fertigung auf der Baustelle verzögert Projekte
Bewohnerbelastung
Schmutz, Lärm und Nutzungseinschränkungen über viele Monate
Qualitätsschwankungen
Abhängig von einzelnen Handwerkern und Baustellenbedingungen
Kostenrisiko
volatile Baustoffpreise und steigende Personalkosten im Einzelmaßstab
Fachkräftemangel
Zu wenige Handwerker für benötigte Sanierungsvolumina